Autokarosserie - Verzinnungspaste welche ist die bessere ??

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bowal

Autokarosserie - Verzinnungspaste welche ist die bessere ??

Beitrag von bowal » Mi Aug 25, 2004 1:07 pm

Hallo Leute! :P
Eine Frage: Die Firma Stannol bietet mehrere Verzinnungspasten für Eisen und Blech. Nummer 3082, 6082 und 4082. All diese Pasten haben gleiches Flussmittel auf Basis von Zinkchlorid Typ DIN EN 29454-1 3.1.1.C, haben aber veränderte Zinn/Blei - Anteile. Die Paste 3082 hat 70% Blei und 30 % Zinn, die Paste 4082 hat 60% Blei und 40% Zinn, die Paste 6083 hat gleiche Blei/Zinn Anteile wie die Paste 4082, also 60% Blei und 40% Zinn. Woran besteht z. B. der Unterschied zwischen 2 letzten Pasten, wenn sie die gleiche Blei und Zinn Anteile aufweisen, gleiches Flussmitel haben und trotzdem andere Herstellungsnummer haben ?? :?: Welche Paste davon ist die bessere für Autokarosserie - Verzinnung ??? :roll:
MfG Bowal

Jens Gruse
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Beitrag von Jens Gruse » Mi Aug 25, 2004 9:35 pm

Hallo Bowal!

die 3082 hat 30%Sn, Rest Blei, grösster Schmelzbereich von 183-ca.260°C


die 4082 hat 40%Sn, Rest Blei, grosser Schmelzbereich von 183-ca.230°C,


die 6082 hat 60%Sn, Rest Blei, nahe am Eutektikum und kleinen Schmelzbereich 183-190°C

Welche die beste ist???
Leider keine Idee, da Karrosserieverzinnung nicht mein Fachgebiet ist. Aber, ich kann mir vorstellen, dass mit einer Legierung, die nicht so schnell wegfliesst (=grosser Schmelzbereich=3082) es unter Umständen besser gehen kann. Aber vielleicht kann ja jemand,der dabei schon Erfahrungen gesammelt hat, einen Tipp geben......
Freundliche Grüße

Jens Gruse
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Gast

Beitrag von Gast » Do Aug 26, 2004 1:55 pm

Hallo Jens!
Vielen Dank für Ihre Antwort. Beim Kauf werde ich mich darauf richten.
MfG Bowal

Gast

Beitrag von Gast » Do Aug 26, 2004 2:01 pm

Hallo Leute!
Kann jemand noch etwas dazu sagen, der mehr Erfahrung mit Autokarosserie - Verzinnung hat ??
MfG Bowal

Gast

Beitrag von Gast » Do Aug 26, 2004 7:19 pm

Hallo Jens!
Ich habe noch eine Frage zu den Flussmittel - Angaben von " F-SW 11 bis F-SW 34". Leider ist das die alte DIN 8511 NORM, die aktuelle europäusche NORM DIN EN 29454- 1 ist meiner Meinung nach viel komplizierter...
Die Zahl der alten Norm ist sozusagen die Angabe der ätzstärke, mit der die zu lötenden Materielien sozusagen angegriffen werden. Z.B. die Lösung, die Zahl 11 in der Markierung beinhaltet, ist am wenigstens verdünnt und ist höchstätzende Lösung, die für schwerlötende Materialien verwendet wird. Nach Verdünnungsgrad mit Wasser ( manches Flussmittel ist wasserlöslich) steigt die F - SW ...Zahl nach oben und damit auch die Verdünnungsgrenze.., dadurch wird die Lösung weniger ätzend... Also, das Resüme: je weniger Zahl, desto ätzend, und je höher die Zahl, desto weniger ätzend.. Flussmitteltyp, Basis und Aktivator lassen wir zuerst einfach bei Seite, es geht lediglich um die Ätzstärke.. Verstehe ich das richtig ??? Kann man das so einfach darstellen, oder ist die Sachlage viel komplizierter ??? Bitte erleutern.
MfG Bowal

Jens Gruse
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Beitrag von Jens Gruse » Do Sep 02, 2004 10:01 am

Hallo Bowal!
Leider ist das mit den F-SW Klassen nicht ganz so einfach. Die 10er Nummern sind die agressiveren, die auch korrodierend wirken, die 20er Klassen sind bedingt korrodierend, dazu gehört z.B. auch Lötdraht F-SW26 ( Basis kolophonium mit halogenhaltigern Aktivatoren), diese sind meist für Elektronik geeignet und nicht korrodierend! Die F-SW30er Klassen sind in aller Regel nicht korrodierend, aber auch hier gibt es Ausnahmen. Es hat nichts mit dem Verdünnungsgrad zu tun: Wenn ich ein F-SW11 mit Zinkchlorid aktiviertes Flussmittel verdünne, bleiben die Rückstände stark korrosiv und immer noch F-SW11!
Die neuere Norm gibt hier leider auch keine besseren Hinweise, was korrosiv ist und was nicht.
Freundliche Grüße

Jens Gruse
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